PRO BANNWALD lehnt Pläne ab, die Ostgrube am Waldsee als Erholungsgebiet auszubauen

Samstag , 1, Juli 2017 Leave a comment

Die „renaturierte“ Ostgrube im Mai 2017

Die Initiative PRO BANNWALD meldet sich wieder zu Wort, nachdem sie die juristische Aus-einandersetzung um die weitere Auskiesung im Süden des Langener Waldsees dem BUND überlassen musste.

Die Initiative PRO BANNWALD lehnt die Pläne ab, die Ostgrube am Waldsee als Erholungsgebiet Waldsee auszubauen (LZ vom 27.6.17). Die Renaturierung der Ostgrube am Waldsee verzögert sich nach Ausbeutung des Kiesvorkommens seit Jahrzehnten. Das Unternehmen Sehring findet hierfür stets Unterstützung beim Langener Magistrat und bei den politisch Verantwortlichen (durch Äußerungen in der Presse dokumentiert).
Das jüngste Vorhaben von Magistrat und der Mehrheit der Stadtverordneten in Langen ist der Gipfel des Entgegenkommens. Eine feiner finanzieller Vorteil für Sehring: Erholungsgebiet statt Renaturierung in der Form, dass der eingebrachte Boden geeignet sein muss, wieder Wald wachsen zu lassen (siehe auch Leserbrief von Rainer Elsinger, LZ v. 6.6.17). Gleichwohl meint der CDU-Stadtverordnete Keppeler: „Dies hat nichts mit Sehring zu tun.“
Pro Bannwald stellt diese Fragen:
1. In der einwöchigen Anhörung in der Langener Stadthalle zur geplanten Kiesgruben-erweiterung (Juni 2015) am südlichen Waldsee ging es im Wesentlichen um den Grundwasser- und Artenschutz. In der Diskussion wurde seitens der Vertreter von Sehring oft auf die bald renaturierte Fläche der Ostgrube hingewiesen, die ja dann als Waldfläche zur Verfügung stünde. Und nun: Kein Wald? Dann müsste das Genehmigungsverfahren 2015 ff aufgrund geänderter Tatsachen neu aufgerollt werden.
2. Wurde im Magistrat und von den Stadtverordneten diskutiert, dass es bereits vertragliche Abmachungen über eine Naturlandschaft am Waldsee gibt? Im Mai 2010 veröffentliche der damalige 1. Stadtrat, dass nach dem Kiesabbau südlich des Waldsees eine wertvolle Natur-landschaft geschaffen wird. „In einem Natur- und Landschaftspark mit Spazierpfaden und Aussichtspunkten zum Wasser hin soll die ruhige Erholung im Vordergrund stehen,“ Der Herr Stadtrat weiter: „Kleinere Gewässer und Biotope könnten ebenfalls zu einem reizvollen Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Spaziergänger beitragen,“ (genau das, was Sehring den städt. Verantwortlichen Jahre vorher in der Fischerhütte am Waldsee mittels PowerPoint-Vortrag schmackhaft machte).
3. Zwei Flächen für Naturlandschaften, Ostgrube und neue Auskiesungsfläche südlich nach Waldrodung auf geschätzten 100 ha ehemaliger Waldfläche, ein erheblicher Teil davon Bannwald? Und das alles für das allgemeine Wohl, das ja bemüht wurde, um Bannwald roden und auskiesen zu können. Waldfläche, die dem Umwelt- und dem Naturschutz dient, wird dem „Kiesmachen“ geopfert.
Pro Bannwald wird sich mit dem Regionalverband Rhein/Main, dem Regierungspräsidenten und dessen Bergamt und mit dem Hessischen Ministerium für Umwelt… sowie mit der Stadt Mörfelden-Walldorf in Verbindung setzen. Außerdem wird geprüft, unter welcher Internetadresse die EU anzuschreiben ist, denn die EU-Behörden kümmern sich seit Jahren durch Richtlinien um den Grundwasserschutz.

Initiative PRO BANNWALD
Jürgen Eberhardt


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